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Ladungssicherung: Haben Zurrgurte ein Verfallsdatum?

Auf dem Etikett eines professionellen Zurrgurts findet man ein bis zwei Datumsangaben. Aber wofür stehen diese? Handelt es sich um die Angabe eines Verfalldatums? Nein! Das eine ist das Herstellungsdatum und der zumeist abgebildete Zeitstrahl dient lediglich dem individuellen Anbringen von Markierungen, wie z.B. dem Termin der letzten Sichtprüfung.

Generell gilt: Zurrgurte (nach DIN EN 12195-2) haben kein generelles Ablaufdatum. Was allerdings nicht heißt, dass sie unendlich lange genutzt werden dürfen. Die Norm schreibt vor, wann ein Zurrgurt ausgemustert werden muss. Bei Schäden, wie Rissen, Schnitten, Einkerbungen und Brüchen des Gurtbandes, starken Anzeichen von Verschleiß und/oder Korrosion der Endbeschlagteile und Spannelemente sowie auch bei fehlenden oder nicht mehr lesbaren Etiketten, müssen die Zurrgurte aus dem Verkehr genommen werden.

Daher sollten Zurrgurte mindestens einmal jährlich (nach VDI 2700) – zum Nachweis ihrer weiteren Gebrauchstauglichkeit – visuell untersucht werden. Je nach Einsatzzweck und -intensität der Gurte kann die Überprüfung auch in kürzeren Abständen erforderlich sein (Bsp. besonders hohe Gebrauchshäufigkeit, erhöhter Verschleiß bei Korrosion oder Hitzeeinwirkung oder sonstigen Beschädigungsgefahren beim Gebrauch). Auf Nummer sicher geht man, wenn Zurrgurte bei jeder Benutzung bzw. nach jedem Einsatz auf Beschädigungen untersucht werden.

Das Datum auf den farbigen Zurrgurttiketten ist das Produktionsdatum – NICHT das Verfallsdatum! Der zumeist abgebidete Zeitstrahl dient lediglich der individuellen Beschriftung/Markierung. Zum Beispiel als Vermerk der letzten visuellen Prüfung. Die Etiketten enthalten darüber hinaus gemäß EN 12195 zahlreiche relevante Informationen:

  • Name und Logo des Herstellers (inkl. Hersteller-Rückverfolgbarkeitscode)
  • Prüfnummer und GS-Zeichen
  • Normen nach denen der Zurrgurt geprüft wurde
  • Normale Handzugkraft SHF (Standard Hand Force) in daN
  • Vorspannkraft STF (Standard Tension Force) in daN
  • zulässige Zurrkraft mit Symboldarstellung (LC = Lashing Capacity) in daN
    (1 daN = 10 N = 1 kp = 1kg)
  • Werkstoff
    • PES (Polyester) = blaues Etikett
    • PA (Polamid) = grünes Etikett
    • PP (Polypropylen) = braunes Etikett
  • Dehnung bei zulässiger Zurrkraft in prozentualer Angabe (max. 7 %)
  • Nutzlänge des Zurrmittels
    • LG -> Gesamtlänge bei einteiligen Zurrgurten, gemessen vom äußeren Wenderadius der angebrachten Spannelemente bis zum Ende des Gurtbandes.
    • LGF -> Länge des Festendes eines zweiteiligen Zurrgurtes, gemessen vom Tragepunkt des angebrachten Endbeschlages bis zum äußeren Wenderadius der Verbindung des Gurtbandes mit den Spanngelementen.
    • LGL -> Länge des Losendes eines zweiteiligen Zurrgurtes, gemessen vom Tragepunkt des angebrachten Endbeschlages bis zum Ende des Gurtbandes.
  • Herstelljahr
  • Code-Nummer / Rückverfolgbarkeitscode
  • VDI-Konformität
  • Warnhinweis: "Darf nicht zum Heben verwendet werden!", "Nur zum Zurren!"


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